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Geschlechtergerechte Sprache - ein Update

Vom Sinn oder Unsinn der Mag.a
Jaja, Mag.a und Prof.in sind schon rechte Exoten. Bar jeder rechtlichen Grundlage und bar jeder grammatikalischen Sinnhaftigkeit stellt sich doch die Frage: Machen wir das jetzt so oder nicht?

Letztens, beim Bestellen von Visitkarten für eine neue Mitarbeiterin, bat ich unseren Grafiker, doch den Magistra-Titel als "Mag.a" zu setzen. Was höchstes Erstaunen hervorrief. Weil, sowas hat er noch nie gemacht und er wisse auch nicht, wie: Maga., Mag.a, oder wie? Also schauen wir uns das doch etwas näher an.

Eine Abkürzung ist eine Abkürzung ist eine Abkürzung
"Mag." ist eine Abkürzung und kann natürlich "Magister" und "Magistra" gleichermaßen bedeuten. Kein Bedarf also für ein Gleichberechtigungs-"a" an dieser Stelle. Ein Schelm, wer bei "Frau Mag. XY" "Magister" statt "Magistra" liest. Womit wir bei der Sache wären, denn natürlich lesen fast alle "Magister".

Wir sehen, was sichtbar ist
Es geht also um die Sichtbarmachung - darum ergänzen wir das "a". Obwohl es natürlich grammatikalisch falsch ist und nebenbei als Titel tatsächlich nur der "Magister" verliehen werden kann. Zumindest nach österreichischem Recht. Dasselbe gilt übrigens für "Prof.in". "Prof.a" übrigens wäre Unsinn, weil wir ja nicht Italien sind.

Sichtbarmachung
Was also machen wir da sichtbar? Und bitte nicht vergessen, "wir" ist ja ein Betrieb, der mit Kunden und Öffentlichkeit kommuniziert. Im konkreten Fall geht es um die Sichtbarmachung der weiblichen Form des Titels. Die Welt besteht nicht nur aus Männern (Fahrer, Mitarbeiter, Programmierer, Grafiker, Therapeuten, Akademiker, ...).

Aber da gibt es noch eine weitere Ebene:

Kommunikation
Wir - als Firma - kommunizieren damit auch etwas. Wir kommunizieren, dass wir die unterschiedlichen Wirklichkeiten von Menschen (ausgehend von Frauen und Männern) wahrnehmen und uns nicht mit vorgefertigten Meinungen, Rollen oder Bilder zufrieden geben. Wir kommunizieren damit, dass wir uns bemühen, einen unvoreingenommenen Blick auf Situationen und Verhältnisse zu haben. Und wir kommunizieren damit, dass wir uns auch gerne gegen andere Meinungen stellen, wenn wir der Meinung sind, dass Verhältnisse sichtbar gemacht werden sollten.

Das ist ja unser Job
In der technischen Systemanalyse und bei der Analyse von Organisationen geht es ja genau darum: Wie ist das wirklich? Was nehmen wir wahr, was nicht. Was wird kommuniziert und was nicht? Was können wir tun, um allen Beteiligten neue Sichweisen zu eröffnen?

Ein kleines "a" nur...
Ein kleines "a" nur und doch kommuniziert es über uns mehr und differenzierter als es mit viel geduldigem Papier möglich wäre.

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