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Über das Scheitern

"Im Labor der Niederlagen werden die Erfolge geschmiedet" heisst es im Sport. In den USA gilt ein Unternehmer erst nach dem ersten Konkurs als ausreichend erfahren und die Statistik zeigt, dass Unternehmer im zweiten Anlauf erfolgreicher sind als ihre Kollegen ohne Konkurs.

Aber wir sind nicht in den USA und die Wirtschaft ist kein Sportverein, also scheitern Sie besser nicht.

Scheitern Sie besser nicht.
Wir leben in einem Land, in dem die Meinung vorherrscht, dass für einen erfolgreichen Betrieb Fleiß, Einsatz und Kompetenz genügen. Die wenigsten denken daran, dass "Unternehmer sein" sehr viel mit "etwas unternehmen" zu tun hat. Und das hat mit Plänen zu tun und die sind schwierig, vor allem für die Zukunft. Jeder Betrieb trägt fortwährend seine Risiken mit sich. Für einen erfolgreichen Betrieb ist auch eine gute Portion Glück im richtigen Augenblick vonnöten.

Allzuschnell führt eine Fehleinschätzung oder die Abhängigkeit von nicht zu beeinflussenden Faktoren in die Krise. Je kleiner ein Betrieb ist, desto schneller kann das gehen und desto dramatischer sind die Folgen.

KMUs haben kein Geld, aber brauchen welches
Dazu kommt, dass in Österreich und mit Einschränkungen im ganzen EU-Raum Kleinst- und Kleinbetriebe vorherrschen. In Österreich zB fehlt der klassische Mittelbau nahezu vollkommen. Die immer wieder kolportierten Folgen sind Betriebe mit geringer Eigenkapitalquote und geringen Bilanzsummen. Das wiederum macht die Betriebe uninteressant für Kapitalgeber und riskant für Banken. Wenn geklagt wird, dass es in Österreich zu wenig Risikokapital gibt, so stimmt das nicht. Es gibt viel mehr, als die Investoren loswerden. Was tatsächlich fehlt, sind Firmen, in die sich zu investieren lohnt.

Um also ans Geld zu kommen, werden private Haftungen übernommen, im Allgemeinen sehr unfreiwillig, aber die Banken lassen einem da keine Wahl. Und so wird aus einer Geselschaft mit beschränkter Haftung sehr schnell ein Geschäft mit besonderer Haftung und das ist im Allgemeinen eine teure Sache.

Dabei gäbe es unseren Wohlstand ohne diese mutigen Menschen, die sich diesen Risiken entgegenstellen gar nicht. "Geht s der Wirtschaft gut, geht s den Menschen gut" ist zwar Wirtschaftskammerunsinn, aber "Geht s den Gründern gut, geht s der Wirtschaft gut" stimmt schon viel mehr.

Gut die Hälfte befragter Personen geben an, dass sie die Angst vorm Scheitern davon abhält, ein Unternehmen zu gründen. Umgekehrt sind viele versucht, Personen, die mit ihrer Firma gescheitert sind, Adjektive der eher uncharmanten Art zuzuschreiben. Inkompetent und fahrlässig gehören da auch dazu.

Ist Konkurs Verrat?
Säulen unserer Gesellschaft sind das Vertrauen in die Unantastbarkeit des fremden Eigentums und das Vertrauen in die Gültigkeit von Verträgen. Ein Konkurs verletzt beides und das macht ihn für alle Beteiligten so schmerzhaft. Aber es gibt Unfälle, die einem widerfahren, auch in der Wirtschaft.

Das Tabu der Pleite
Zu scheitern ist also etwas höchst Unerfreuliches, es kostet viel Geld - das man, weil gescheitert, gar nicht hat, keiner redet gern darüber, aber allen ist klar, dass man schuld ist und die Verantwortung übernehmen muss. Vor allem die Banken vergessen so etwas nicht so schnell. So kooperativ sie beim herborgen sind, so erbarmungslos werden sie, wenn sie ihr Geld zurück haben wollen. Und einmal gescheitert sein, klebt an einem wie Teer und Federn.

Eine Kultur des Scheiterns
"Stigmatisieren wir gescheiterte Unternehmer oder betrachten wir unternehmerische Fehlschläge als wertvolle Lernerfahrung? Nur durch eine positive Einstellung zu Risikobereitschaft und unternehmerischem Scheitern können wir im Interesse der europäischen Wirtschaft die Menschen zu unternehmerischem Handeln bewegen." Diese Aussagen stehen am Anfang einer Veröffentlichung der EU-Generaldirektion Unternehmen, in der Unterstützungsansätze für Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten vorgestellt werden. Vielleicht entwickelt sich bei uns doch so etwas wie eine Kultur des Scheiterns, die den Versuch über den Mißerfolg und das Potential über den Verlust stellt. Denn es ist kein Zufall, dass "gescheitert sein" so ähnlich klingt wie "gescheiter sein".

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