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Der pragmatische Manager

2004/04

Eines der besten IT-Fachbücher ist "Der pragmatische Programmierer" von Andrew Hunt und David Thomas. Es beginnt mit der Erklärung, dass "pragmatisch" aus dem lateinischen (=geschäftskundig), bzw. aus dem griechischen stammt und letztlich "tun" bedeutet. Tun ist etwas anderes als Wissen.
Gerade in Klein- und Mittelbetrieben, noch mehr wenn Sie als Einzelperson arbeiten, leben Sie im Spannungsfeld zwischen Terminen, Kunden, privaten Ansprüchen und unterschiedlichsten Budgets. Was zählt, sind richtige Entscheidungen, schnelle Umsetzungen, optimale Organisation. Ja, es wäre gut, mehr über das "Tun" zu wissen.
20 Tips, die aus Ihnen einen besseren Manager machen....

Die Tipps des Buches sind natürlich sehr EDV-lastig. Es steckt aber so viel Klugheit und tatsächlich praktische Brauchbarkeit in ihnen, dass ich sie, ergänzt und in anderen Formulierungen, Ihnen nicht vorenthalten möchte.

1. Kümmern Sie sich um Ihr Können
Den Job, den Sie haben, haben Sie deswegen, weil es einmal etwas gab, das Sie sehr gut konnten. Aber die Welt ändert sich und mit jedem Karriereschritt steigt ihre Inkompetenz. Kümmern Sie sich darum, dass Ihr Wissen sich ebenfalls weiterentwickelt. Bleiben Sie nicht nur am Laufenden, finden Sie einen Bereich, in dem Sie Spezialist sein wollen.

2. Denken Sie über Ihre Arbeit nach
Lassen Sie sich nicht von Ihrer Routine vereinnahmen. Schalten Sie nicht auf Autopilot. Denken Sie kritisch über Ihre Arbeit und das Umfeld in dem sie stattfindet, nach. Sie müssen Veränderungen wahrnehmen, bevor sie sich auswirken. Beobachten Sie.

3. Bieten Sie Alternativen statt billiger Ausreden
Mit einer billigen Ausrede schieben Sie die Verantwortung ab und signalisieren, dass Sie nichts mehr unter Kontrolle haben. Sagen Sie nicht, was das Problem ist, sondern was mögliche Lösungen sind. Denken Sie weiter und voraus.

4. Akzeptieren Sie keine zerbrochenen Fensterscheiben
Akzeptieren Sie keine Nachlässigkeiten, auch nicht in Nebensächlichkeiten. Nachlässigkeiten vermehren sich und führen - so wie zerbrochene und nie reparierte Fensterscheiben - dazu, dass sich Unrat und Müll ansammeln. Erziehen Sie Ihre Mitarbeiter, dass sie ihre Aufgaben von Beginn an sorgsam erledigen. Es gibt keine Ausrede für hässliche Dokumente oder Rechtschreibfehler.

5. Geben Sie Anstoss zu Veränderungen
Ihr Job ist es, Dinge zu ändern. Dazu brauchen Sie Ihre Mitarbeiter. Sorgen Sie dafür, dass Sie verstanden werden und ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter, diesen Veränderungsprozess zu interpretieren. Lassen Sie Raum, damit Veränderung auch stattfinden kann. Denken Sie daran, dass Sie selbst auch Teil der Veränderung sind.

6. Denken Sie an das große Ganze
Halten Sie sich nicht mit Details auf. Ihre Aufgabe ist das große Ganze. Die Vision, die Strategie, die Richtung. Beobachten Sie, was um Sie herum vorgeht, nicht nur das, was Sie selbst tun.

7. Machen Sie Qualität zu einer Anforderung
Legen Sie Kriterien fest, anhand derer alle überprüfen können, ob sie ihre Aufgabe gut gelöst haben. Kommunizieren Sie, dass Qualität ein Kriterium ist. Bringen Sie Ihre Leute dazu, über ihre Aufgaben hinaus darüber nachzudenken, wie sie die Qualität steigern können. Sorgen Sie dafür, dass es ein gemeinsames Verständnis von Qualität gibt.

8. Investieren Sie regelmäßig in Ihr Wissensportfolio
Ihr Wissen und Ihre Erfahrung sind verderbliche Aktivposten. Sie werden mit der Zeit immer weniger wert. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Wissensportfolio an Wert behält. Investieren Sie regelmäßig. Diversifizieren Sie. Investieren Sie in konservative und chancenreiche Anlagen. Wenn Sie jetzt Wissen aufbauen in Bereichen, die erst in drei Jahre boomen, gehören Sie zu den Gewinnern.

9. Hinterfragen Sie Gelesenes und Gehörtes kritisch
Gerade in technischen Bereichen sind die Grenzen zwischen Werbebroschüre und Informationsschrift sehr unklar. Bilden Sie sich eine eigene kritische Meinung und verlassen Sie sich nicht auf Gelesenes oder Gehörtes. Denken Sie daran, dass das Internet als Informationsquelle riesengroß und genauso irreführend sein kann. Mit den Informationen, die Sie im Internet finden, können Sie alles genauso gut beweisen wie widerlegen.

10. Beides zählt: Was Sie sagen und wie Sie das tun
Sie werden nicht an dem gemessen, was sie sagen, sondern vielmehr daran, wie es tun. Decken sich Ihre Handlungen nicht mit dem, was Sie sagen, sind Sie sehr schnell unglaubwürdig. Achten Sie darauf, dass das, was die Leute von Ihnen sehen, sich mit dem deckt, was Sie kommunizieren möchten.

11. Es gibt keine endgültigen Entscheidungen
Lernen Sie, dass Entscheidungen Kompromisse sind. Kompromisse aus den Informationen, die Ihnen zu Verfügung stehen, aus Grössen, die Sie beeinflussen können und Rahmenbedingungen, die Sie nicht beeinflussen können. Wenn sich die Welt ändern kann, können sich auch Ihre Entscheidungen ändern.

12. Legen Sie sich Werkzeuge zu und lernen Sie, diese zu beherrschen
In der Regel haben Sie nicht viel Zeit und Sie haben es bitter notwendig, effizient zu arbeiten. Respektieren Sie das und stimmen Sie Ihre Werkzeuge und Ihre Benutzung entsprechend ab. Sie sollten Keine zeit damit verschwenden, Telefonnummern Ziffer für Ziffer einzutippen. Lernen Sie, welche Effizienzsteigerung in Ihrem Telefon steckt. Lernen Sie, Ihren Computer effizient zu benutzen. Die Qualität eines Handwerkers erkennt man an seinem Werkzeug, warum sollte es bei Ihnen anders sein?

13. Lösen Sie Probleme, nicht die Schuldfrage
Probleme gibt es, unsere Welt ist voll davon, und sie rechtfertigen Ihren Job. Sorgen Sie dafür, dass das Problem nicht mehr auftritt, wenn das nicht geht, sorgen Sie dafür, dass alle wissen, wie damit umgegangen werden muss. Es ist nicht notwendig, einer Person auch noch die Schuld daran nachzuweisen. Außerdem ist es immer noch Ihr Problem, auch wenn eine andere Person Schuld daran hat.

14. Keine Panik!
Wenn Sie mitten im Problem stecken, halten Sie trotzdem inne. Oder, wie Karl Seiwert sagt: "Wenn du es eilig hast geh langsam". Eile fördert Fehler. Je größer der Druck von außen ist, desto mehr konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Priorisieren Sie. Schaffen und behalten Sie den Überblick.

15. Denken Sie nicht über den Tellerrand hinaus - finden Sie ihn.
Lernen Sie Ihre Grenzen kennen. Lernen Sie die Grenzen Ihrer Organisation kennen. Visionen und Strategien können Sie nur sinnvoll entwickeln, wenn Sie die tatsächlichen Grenzen Ihrer Welt kennen.

16. Kommunizieren Sie.
Als Manager sind Sie eine Informationsdrehscheibe. Geben Sie Informationen weiter. Informieren Sie, regelmässig und strukturiert. Indem Sie Kommunikationskanäle aufbauen, werden andere sie ebenfalls benutzen. Halten Sie die Menschen um Sie herum auf dem Laufenden, auch wenn sich nichts tut. Ein Mangel an Information erzeugt Unruhe und Misstrauen.

17. Sei zweimal freundlich.
Wie du mir, so ich dir, empfiehlt sich in der Spieltheorie als optimale Strategie. Sie aber sind in unterschiedlichsten Abhängigkeitsverhältnissen und Hierarchien. "Sei zweimal freundlich" meint genau dieses. Begegen Sie den Menschen mit Freundlichkeit und Respekt und sehen Sie ihnen Fehler nach. Zweimal. Dann ist es an der Zeit, Ihre Grenzen zu kommunizieren.

18. Shame on you, if you fool me once. Shame on me, if you fool me twice.
Sorgen Sie dafür, dass Fehler nur einmal gemacht werden. Fehler werden immer gemacht, denn sie sind ein Zeichen dafür, dass Grenzen überschritten werden und das geschieht in sich wandelnden Organisationen zwangsläufig. Aber sorgen Sie dafür, dass dieser Fehler nicht wieder gemacht werden kann. Analysieren Sie, warum er auftrat. Fehler haben eine Botschaft für Sie, lernen Sie, diese zu verstehen.

19. Lassen Sie andere die Fehler machen.
Wenn andere die Arbeit für Sie machen, lassen Sie sie auch die notwendigen Entscheidungen tragen. Etablieren Sie eine Kultur in Ihrer Firma, in der die Mitarbeiter lernen, dass sie Entscheidungen treffen können. Lassen Sie es dann aber auch zu, dass Ihre Mitarbeiter Fehler machen. Fehler sind nur dann ein Problem, wenn sie wiederholt werden. Dass sie nicht wiederholt werden, ist Ihre Aufgabe.

20. Seien Sie stolz auf Ihre Arbeit
Machen Sie Ihre Arbeit so, dass Sie stolz darauf sein können. Machen Sie Ihre Arbeit so, dass Ihr Partner, Ihre Kinder, Ihre Freunde, stolz auf Sie sein können.

Weitere Infos

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